Wir sind zwei Jahre alt!

Das Informationsblatt „Der Bote“ („Вестник“), auf Jiddisch auch „Der Shlikh“, ging am 4. Februar 2024 online. Seitdem sind zwei Jahre vergangen. Während es zu Beginn eine private Initiative mit ausschließlich informativem Charakter war, entwickelte sich das Projekt weiter und ist seit Juni 2025 das offizielle Publikationsorgan der Liberalen Jüdischen Gemeinde Oldenburg (LJGO e.V.). Die Website dient der Verwirklichung der satzungsgemäßen gemeinnützigen Ziele der Gemeinde und verfolgt weiterhin einen rein informativen Charakter ohne kommerzielle Ausrichtung.
Sind zwei Jahre viel oder wenig? Aus der Perspektive eines menschlichen Lebens ist das natürlich nicht viel: Mit zwei Jahren lernt ein kleines Kind in der Regel gerade erst laufen und die ersten zusammenhängenden Sätze zu sprechen. Für ein Informationsmedium hingegen ist das bereits eine durchaus beachtliche Zeit. In jedem Fall ist ein zweijähriges „Jubiläum“ ein guter Anlass, eine Zwischenbilanz zu ziehen. In diesen zwei Jahren haben wir in allen Kategorien mehr als 280 Artikel und Beiträge veröffentlicht, davon etwa die Hälfte in deutscher Sprache, die zugleich die offizielle Sprache der Website ist. Bis heute wurde die Seite von über 12.000 Personen besucht, rund 98 % davon waren neue Besucherinnen und Besucher. Wir bewerten dieses Ergebnis als sehr positiv.
Besonders großes Interesse fanden unter anderem folgende Veröffentlichungen: der Beitrag über den Film „Die Stadt ohne Juden“, Essays über die Filmschauspielerinnen Paulette Goddard und Hedy Lamarr sowie über den Künstler Salvador Dalí, ein Porträt der Estradensängerinnen, der Alibis-Schwestern, die auf Jiddisch singen, der Artikelzyklus über die Rabbinerin und Kantorin Alina Treiger sowie über die Schauspielerdynastie der Brüder Libakov (derzeit nur auf Russisch, eine deutsche Übersetzung ist geplant).
Die Website „Der Bote – Der Shlikh“ tritt nun in ihr drittes Jahr ein und verfügt bereits über mehrere neue Projekte. Dazu gehört unter anderem der Essayzyklus „Jüdische Namen auf der Landkarte Oldenburgs“. Gleichzeitig wird weiter an neuen Büchern im Bereich Publikationen gearbeitet. Ein neuer Bereich Schulbildung befindet sich derzeit im Aufbau; hier planen wir, künftig Unterrichtsmaterialien für Schülerinnen und Schüler bereitzustellen. Wir hoffen, dass sich unsere Website weiterhin erfolgreich entwickeln wird, ihre Leistungsfähigkeit steigt und sie noch mehr Aufmerksamkeit und Interesse bei ihren Nutzerinnen und Nutzern findet. Mazel Tov!
„Erinnern wir uns an alle mit Namen…“
© Fotos: Hauke-Christian Dittrich
Am Sonntag, dem 9. November 2025, am Jahrestag der „Reichspogromnacht“, hat die Stadt Oldenburg gemeinsam mit der Oldenburger Bürgerstiftung und Nachfahren der Familie Meyberg zwei neue Erinnerungszeichen auf Augenhöhe eingeweiht. Die an der Peterstraße 6 angebrachten Zeichen sind Fanny und Julius Meyberg gewidmet, die einst an diesem Ort lebten, deren Leben jedoch – wie das vieler anderer jüdischer Bürgerinnen und Bürger – von den nationalsozialistischen Tätern ausgelöscht wurde. Die auf der Stele angebrachten Porträts der ermordeten Mitglieder der Familie Meyberg wurden mittels Lasergravur aufgebracht.
Altes und Neues

Geschichte der Aschkenasim: Vergessene Fakten aus der Vergangenheit und aktuelle Neuigkeiten.
Bibliografie

Die Bibliografie über das Leben der аschkenasischen Juden, basierend auf persönlichen Erfahrungen und Meinungen der Makhbrim.
Kunst

Unsere Rubrik für Kunst umfasst nicht nur vier Bereiche: Musik, Kino, Literatur, Malerein, sondern auch Zamln.
Pickles

Pikalz – Gewürzgurken, aber auch geistreiche Bemerkungen und Witze im Jiddischen, eine vielseitige Kombination!


